Kathi (little_pilgrim) wrote in metapher,
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Gelesen

Okay, schon wieder zwei Bücher durchgelesen *jay* nun gut, ich muss zugeben, beide hatten nicht allzu viele Seiten, sodass es nicht schwer war, sie an einem Tag zu lesen ( beide! ).
Sowohl "Zazie in der Metro" ( Raymond Queneau ) als auch "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" ( Eric-Emmanuel Schmitt ) haben mir wirklich zugesagt und ließen sich wunderbar lesen - und letzteres habe ich sogar im Original, sprich auf Französisch, ohne Probleme verstanden!
Vergleichen kann man sie aber nicht, auch wenn beider Handlung in Paris spielt ( ^^ ).

Zum einen wäre da die Göre Zazie, die zwei Tage zu Besuch bei ihrem Onkel in Paris ist und eigentlich nur eines will: mit der Metro fahren. Doch diese streikt gerade ( mal wieder ) und demnach ist die Kleine ziemlich genervt und hat wirklich keinen Bock mehr auf die Hauptstadt Frankreichs ( was sie auch lautstark äußert:"Scheiß auf...!" ). Und da sie auch keine Lust auf ihren Onkel hat, der bis in den Nachmittag schläft ( ihr sagt er, er arbeite als Nachtwächter, in Wirklichkeit tritt er aber als Frau verkleidet in einer Schwulenbar auf ), zieht sie kurzerhand mal alleine los... und trifft dabei natürlich auch auf die verschiedensten Persönlichkeiten. Auch wenn die Metro Teil des Titels ist, so ist dies kein Buch über die Pariser U-Bahn, sondern mehr eines über die Sprache des Alltags innerhalb einer Großstadt - und die ist zum Teil wahrlich skurril, denn Queneaus Stil ist in der Tat etwas eigenwillig und verrückt.

Zum anderen ist da noch Momo bzw. Moïse ( ich beziehe mich auf das französische Original, es kann demnach sein, dass die Personen in der deutschen Übersetzung andere Namen tragen bzw. diese ins Deutsche übertragen wurden ). Sein Familienleben ist schon lange nicht mehr intakt, ist doch seine Mutter schon seit langem verschwunden und der Vater nur von Momos Bruder Popol überzeugt ( der in Wahrheit überhaupt nicht exisiert ). Und so fängt er an, den Gemischtwarenhändler Monsieur Ibrahim zu beklauen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Ibrahim, der Araber, der keiner ist, gilt in dem sonst jüdischen Viertel als sehr weise und übernimmt in Momos Leben einen wichtigen Part, adoptiert er doch den Jungen,als dessen Vater schließlich völlig gefrustet Selbstmord begeht. Und um Momo die "Werte" der Welt, den Weg zum Glück und den Sinn für das "richtige" Leben nahezubringen, führt er ihn auf Reise in seine Heimat, le croissant d'or.

Von beiden Büchern existieren Verfilmungen, die ich beide noch nicht kenne - und momentan bin auch stark am überlegen, ob ich sie überhaupt kennen möchte, da mir die Bücher einfach zu gut gefallen haben.
In diesem Sinne:

"Le cœur de l'homme est comme un oiseau enfermè dans la cage du corps."

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