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Stichwort Schullektüren

Wer kennt sie nicht? Die Qual mit den diversen Lektüren, die man im Laufe seines Deutsch Unterrichts lesen muss. Aber sind sie eigentlich wirklich alle eine Qual gewesen? Oder gab es auch nicht die eine oder andere, die zumindest halbwegs Spaß gemacht hat? Hier an dieser Stelle einmal meine persönlichen Tops und Flops der Schullektüren, die vielleicht dem einen oder anderen eine Ahnung gibt,was da auf ihn vielleicht bald in der Schule zu kommt. Eure eigenen Listen sind natürlich ebenfalls erwünscht :-).

DIE TOPS:

  • Georg Büchner - Woyzeck: Nach den zuvor gelesenen Klassikern "Iphigenie auf Tauris" von Goethe und der "Antigone" von Sophokles endlich einmal ein Theaterstück, das relativ nahe am Leben steht. Im Gegensatz zu Iphigenie und Antigone, ein Hauptcharakter, dessen Handlungen man zu einem gewissen Grad verstehen kann.

  • Jean Anouilh - Antigone: Im Gegensatz zum antiken "Original" wunderbar zu lesen, da es befreit ist von aller Mythologie und aller Beurteilung. Man kann sich schwer entscheiden, auf wessen Seite man stehen soll. Kreon mit seiner Vorstellung einer Welt der Kompromisse? Man kann ihn gut verstehen. Antigone, die nicht in dieser Welt lebt und Kreon quasi zwingt, sie umbringen zu lassen? Abgesehen von dem Gedanken, dass man vielleicht selbst in einer solchen Welt lebt oder gerade deshalb kann man mit ihr ebenso sympathisieren.

  • Thomas Bernhard - Der Theatermacher: Mein Facharbeitsthema! Hurra! Nein, im Ernst: Wer Literatur mag und auch mit einer oftmals sehr negativen Welt- und - bei Bernhard - Österreichsicht des Autoren zurecht kommt, kommt um diesen Mann wohl nicht vorbei. Hier kollidieren Kunstanspruch und Weltrealität, die "Weltkomödie" und das kleine österreichische Kaff Utzbach, der Geistesmensch Bruscon mit dem eher minder bemittelten Wirt. Und schnell findet man heraus, dass nicht nur Bruscons Komödie "Das Rad der Geschichte", mit der er durch Österreich tourt, eine "Komödie, die in Wahrheit eine Tragödie ist," ist. Nein, auch der Theatermacher ist oftmals so komisch, dass es bereits wieder tragisch wirkt.


DIE FLOPS:

  • J.W. v. Goethe - Iphigenie auf Tauris: Ganz ehrlich, das läuft bei mir immer noch unter der Kategorie "unleserlich". Was nicht einmal an der Sprache liegt, sondern vielmehr am Inhalt. Vielleicht bin ich dafür zu unidealistisch veranlagt, ich weiß es nicht. Aber meine Bedingung an ein Theaterstück / Buch / etc. ist es immer noch, dass ich halbwegs die Handlungen der Figuren nachvollziehen kann. Und das hat mir hier gänzlich gefehlt. Sicher, Goethe zeigt hier wunderbar alle Ideale der Klassik, die Sätze sind wunderbar konstruiert. Aber was hilft alle Konstruktion, wenn es mir inhaltlich gar nicht zusagt???

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